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Ver- und Entsorgung bei Fincas

Bei Fincas auf dem Land ist keine der Versorgungsarten selbstverständlich. Wasser kommt aus einem genehmigten Brunnen, aus einer per Tankwagen befüllten Zisterne oder über ein eingetragenes Bezugsrecht; Abwasser läuft meist in eine Klärgrube; die Stromanschlussleistung ist häufig knapp; und Photovoltaikanlagen sind oft installiert, aber nie angemeldet. Zu jeder dieser Varianten existiert ein Dokument — und wenn es nicht vorgelegt wird, ist das die eigentliche Auskunft.


Wasser: drei Varianten, drei Nachweise

  • Öffentlicher Anschluss: Versorgungsvertrag und Zählernummer. Auf dem Land eher die Ausnahme
  • Brunnen: Genehmigung der Wasserbehörde und eine Aussage zur tatsächlichen Schüttung. Ein alter Brunnen ohne Genehmigung ist rechtlich heikel und praktisch oft wertlos
  • Zisterne (Aljibe): Volumen, Befüllung per Tankwagen, Kosten und Frequenz. Völlig normal auf Mallorca — aber es ist eine laufende Ausgabe, die im Inserat selten steht
  • Bezugsrecht von der Nachbarparzelle: muss im Grundbuch eingetragen sein. Eine mündliche Absprache mit dem Nachbarn ist kein Recht

Der häufigste Fall: Das Inserat wirbt mit einem Brunnen, die Versorgung läuft in Wirklichkeit über eine Zisterne mit Tankwagen, und im Kaufvertrag von vor zwanzig Jahren steht ausdrücklich, dass der Brunnen nur sporadisch Wasser führt. Alle drei Angaben können nebeneinander existieren, ohne dass jemand gelogen hat — man muss nur alle drei Quellen gelesen haben.

Abwasser

Kanalisationsanschluss ist auf dem Land selten. Üblich ist eine Klärgrube (fosa séptica). Zu prüfen sind der Nachweis der Anlage und ein aktueller Entleerungsvertrag oder zumindest Rechnungen. Eine nicht dokumentierte Grube ist ein offener Punkt, den jeder spätere Käufer erneut stellen wird.

Strom und Photovoltaik

Bei Strom zählt nicht nur, ob ein Anschluss existiert, sondern mit welcher Leistung. Sieben oder acht Kilowatt reichen für ein Ferienhaus, aber nicht zwingend für Klimaanlage, Pool-Technik, Wärmepumpe und Ladepunkt gleichzeitig. Eine Erhöhung der Anschlussleistung ist auf dem Land nicht immer möglich und selten günstig.

Photovoltaik ist bei Fincas häufig vorhanden und ebenso häufig unvollständig dokumentiert. Erforderlich sind die Schlussrechnung des Installateurs, der Boletín eléctrico und die Anmeldung des Eigenverbrauchs. Fehlen sie, existiert die Anlage formal nicht — mit Folgen für Versicherung, Förderung und Weiterverkauf.

Keiner dieser Punkte ist ein Ausschlusskriterium. Zisterne, Klärgrube und begrenzte Anschlussleistung sind auf Mallorca völlig üblich. Der Unterschied liegt darin, ob Sie sie vor dem Kauf kennen und einpreisen — oder ob Sie sie im ersten Sommer entdecken.

Im Inserat steht „Brunnen vorhanden“ und „Strom“ — und niemand hat Ihnen gesagt, was das im Alltag tatsächlich bedeutet?

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Häufige Fragen

Was bedeutet Zisterne mit Tankwagenbefüllung?

Ein Aljibe ist ein Wasserspeicher, der regelmäßig von einem Tankwagen befüllt wird. Das ist auf Mallorca bei Fincas ohne Netzanschluss völlig normal, verursacht aber laufende Kosten, die im Inserat selten genannt werden. Fragen Sie nach Volumen, Befüllungsfrequenz und Preis je Lieferung.

Reicht ein Brunnen zur Wasserversorgung?

Nur, wenn er genehmigt ist und ausreichend Wasser führt. Beides muss belegt werden. Es kommt regelmäßig vor, dass ein Brunnen existiert, aber nur sporadisch Wasser liefert und die tatsächliche Versorgung über eine Zisterne läuft.

Welche Unterlagen brauche ich für eine Photovoltaikanlage?

Schlussrechnung des Installateurs, Boletín eléctrico und die Anmeldung des Eigenverbrauchs. Ohne diese Dokumente ist die Anlage formal nicht registriert, was Versicherung, mögliche Förderungen und den Weiterverkauf betrifft.


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