Leitfaden · Stand 2026

Immobilienkauf auf Mallorca

Was Sie prüfen müssen, in welcher Reihenfolge und an welchen Punkten es regelmäßig teuer wird. Mit den konkreten Zahlen, Fristen und Dokumentnamen — nicht mit allgemeinen Ratschlägen.

Der wichtigste Satz vorweg: In Spanien prüft niemand für Sie. Beim Immobilienkauf in Deutschland denkt ein ganzer Apparat für Sie mit — in Spanien nicht. Hier trägt der Käufer die Hauptverantwortung, und nach der Beurkundung sind Rücktritt, Minderung und Schadensersatz nur noch sehr eingeschränkt durchsetzbar. Alles Weitere folgt daraus.


Die Reihenfolge

Erst prüfen, dann binden

Die wirksamste Einzelmaßnahme beim Kauf in Spanien ist, die übliche Reihenfolge umzukehren. Fünf Etappen, und in jeder eine Frage, die sich danach nicht mehr günstig beantworten lässt.

01

Bevor Sie sich für ein Objekt entscheiden

Die Bodenklassifizierung entscheidet, was überhaupt zulässig ist — und ob das beworbene Bauprojekt trägt. Auf suelo rústico gelten andere Regeln als auf suelo urbano, und die zulässige Baumasse leitet sich aus der Grundstücksfläche ab. Deshalb ist eine Abweichung in der Flächenangabe kein Schönheitsfehler.

Suelo rústico — Bebaubarkeit und ihre Grenzen · Abweichungen zwischen Kataster und Grundbuch

02

Wenn Sie das Exposé haben

Jetzt beginnt der Abgleich. Nota Simple, Katasterauszug und der Text des Inserats stammen aus verschiedenen Quellen und werden fast nie nebeneinandergelegt. Genau dort liegen die teuren Überraschungen — nicht in einem einzelnen Dokument, sondern in den Lücken dazwischen.

Die Nota Simple und ihre Grenzen · Finca kaufen auf Mallorca · Ver- und Entsorgung bei Fincas

03

Die Frage nach der baulichen Legalität

Der Punkt, an dem auf Mallorca die höchsten Beträge bewegt werden. Bestandsschutz und Legalität sind zwei verschiedene Dinge, und die Verwechslung ist der teuerste Irrtum im Bestand. Wer umfassend sanieren will, merkt den Unterschied sofort.

Schwarzbau, Bestandsschutz und Legalisierung auf Mallorca · Sie haben gekauft und es gibt ein Problem

04

Wenn Sie vermieten wollen

Die ETV-Lizenz hängt am Objekt, nicht an der Person — sie geht beim Verkauf über, aber nur unter Bedingungen. Da neue Lizenzen weiter dem Moratorium unterliegen, trägt eine bestehende Lizenz einen Preisaufschlag von 15 bis 25 Prozent. Ein sechsstelliger Betrag, der an einer Bedingung hängt.

Die ETV-Lizenz: was sie bedeutet und was beim Kauf gilt · Die Cédula de Habitabilidad beim Kauf

05

Bevor Sie unterschreiben

Reservierung und Arras-Vertrag sind der Moment, in dem aus Interesse eine finanzielle Bindung wird — üblicherweise zehn Prozent des Kaufpreises. Und rechnen Sie mit 10 bis 14 Prozent Nebenkosten, die nicht alle vorhersehbar sind: Der Referenzwert und der 3-Prozent-Einbehalt bei nicht ansässigen Verkäufern werden regelmäßig übersehen.

Reservierung, Arras und der Punkt, ab dem es kein Zurück gibt · Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf auf Mallorca · Anwalt oder Kaufprüfung — und in welcher Reihenfolge


Wissen

Alle Themen im Detail

01

Schwarzbau, Bestandsschutz und Legalisierung auf Mallorca

Nach acht Jahren droht auf den Balearen kein Abriss mehr — legal ist das Gebäude damit nicht. Was Bestandsschutz wirklich bedeutet, wie die Legalisierung seit Mai 2024 läuft und was sie kostet.

02

Die ETV-Lizenz: was sie bedeutet und was beim Kauf gilt

ETV steht für „estancias turísticas en viviendas“, die Lizenz für die touristische Vermietung auf den Balearen. Warum lizenzierte Objekte 15 bis 25 % teurer sind und unter welchen Bedingungen die Lizenz beim Kauf auf Sie übergeht.

03

Die Nota Simple und ihre Grenzen

Die Nota Simple kostet wenige Euro und ist das wichtigste Dokument beim Immobilienkauf in Spanien. Was sie zeigt, was sie systematisch nicht zeigt und warum sie allein keine Kaufprüfung ist.

04

Abweichungen zwischen Kataster und Grundbuch

Bei älteren Immobilien auf Mallorca stimmen Registro und Catastro fast nie überein. Wann das harmlos ist, wann es auf einen ungenehmigten Bau hindeutet und wie sich der Unterschied bereinigen lässt.

05

Die Cédula de Habitabilidad beim Kauf

Die Bewohnbarkeitsbescheinigung ist auf Mallorca Voraussetzung für Versorgungsverträge und für die Ferienvermietung. Was sie aussagt, wie lange sie gilt und was zu tun ist, wenn sie fehlt.

06

Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf auf Mallorca

Die Nebenkosten beim Immobilienkauf auf Mallorca liegen bei etwa 10 bis 14 Prozent des Kaufpreises. Woraus sie sich zusammensetzen und welche Posten Käufer regelmäßig unterschätzen.

07

Reservierung, Arras und der Punkt, ab dem es kein Zurück gibt

Der Reservierungsvertrag und der Arras-Vertrag sind der Moment, in dem aus Interesse eine finanzielle Bindung wird. Was die Unterschiede sind und warum die Prüfung davor stattfinden muss.

08

Suelo rústico — Bebaubarkeit und ihre Grenzen

Auf rústico gelten eigene Regeln: Mindestgrundstücksgrößen, begrenzte Bebauungsziffern, Schutzkategorien. Was zulässig ist, woran Projekte scheitern und warum die Grundstücksfläche der kritische Wert ist.

09

Anwalt oder Kaufprüfung — und in welcher Reihenfolge

Beides, aber nacheinander. Was ein Abogado auf Mallorca leistet, was er kostet (0,5–1,5 % des Kaufpreises), was eine Vorab-Prüfung davor leistet und warum die Reihenfolge über den Preis entscheidet.

10

Finca kaufen auf Mallorca

Fincas haben eigene Fallstricke: nicht eingetragene Nebengebäude, Wasser ohne Netzanschluss, Klärgruben, fehlende Cédula und Flächen, die im Kataster stehen und im Grundbuch fehlen. Die vollständige Prüfliste.

11

Ver- und Entsorgung bei Fincas

Zisterne, Brunnen oder Netzanschluss? Klärgrube statt Kanalisation, knappe Anschlussleistung, nicht angemeldete Photovoltaik. Welche Unterlagen es zu jeder Variante gibt — und was fehlt, wenn sie nicht vorgelegt werden.

12

Sie haben gekauft und es gibt ein Problem

Nicht eingetragene Flächen, fehlende Genehmigungen, ein Verfahren der Gemeinde: die realistischen Wege nach dem Kauf — Legalisierung, Eintragung nach Bestandsalter und was gegenüber dem Verkäufer noch möglich ist.

13

Die Checkliste vor dem Immobilienkauf auf Mallorca

Alle Dokumente und Prüfpunkte in der richtigen Reihenfolge: vor der Besichtigung, vor der Reservierung, vor dem Arras-Vertrag und vor dem Notartermin. Mit den Dokumentnamen auf Spanisch.

14

Der Valor de referencia beim Immobilienkauf

Seit 2022 bemisst sich die spanische Grunderwerbsteuer nicht mehr zwingend nach dem Kaufpreis, sondern nach dem Referenzwert des Katasters, wenn dieser höher liegt. Was das praktisch bedeutet und wie Sie ihn vor dem Kauf prüfen.

15

Die sieben teuersten Fehler beim Hauskauf auf Mallorca

Aus der Prüfpraxis: erst binden, dann prüfen; Bestandsschutz für Legalität halten; die ETV-Lizenz als sicher übertragbar annehmen; dem Exposé glauben. Was jeder Fehler kostet und wie er sich vermeiden lässt.

16

Welchen Gutachter Sie auf Mallorca wirklich brauchen

Tasador, Arquitecto técnico, Anwalt oder Dokumentenprüfung: Auf Mallorca prüfen vier verschiedene Berufe vier verschiedene Dinge. Welche Prüfung wogegen schützt und in welcher Reihenfolge sie sinnvoll sind.

17

Die NIE-Nummer beim Immobilienkauf

Ohne NIE kein Immobilienkauf in Spanien: wofür die Nummer nötig ist, die drei Wege zur Beantragung (Spanien, Konsulat, Vollmacht), welche Unterlagen das Formular EX-15 verlangt und wann Sie starten sollten.

18

So läuft der Notartermin in Spanien ab

Was am Tag der Beurkundung passiert, welche Unterlagen Käufer mitbringen müssen, wie bezahlt wird — und warum der Notar vieles prüft, aber längst nicht alles. Der Ablauf Schritt für Schritt.

19

Der Kaufvertrag vor der Unterschrift

Reserva, Arras, Escritura: welcher Vertrag wann bindet, welche Klauseln in den Arras-Vertrag gehören und welche Warnzeichen im Entwurf regelmäßig übersehen werden. Mit der Rollenverteilung zwischen Prüfung und Anwalt.

20

Die richtigen Fragen bei der Besichtigung

Womit Sie bei der Besichtigung mehr erfahren als aus dem Exposé: die Fragen zu Eigentum, Flächen, Genehmigungen, Wasser, Cédula und Gemeinschaft — und warum jede Antwort nur so viel wert ist wie das Dokument dahinter.

21

Die Plusvalía beim Immobilienkauf

Die gemeindliche Wertzuwachssteuer zahlt gesetzlich der Verkäufer — außer er ist nicht in Spanien ansässig: Dann haftet der Käufer als Ersatzschuldner. Was die Plusvalía ist, wie sie seit der Reform 2021 berechnet wird und was in den Vertrag gehört.

22

Die Finanzierung als Nichtresident

Spanische Banken finanzieren Nichtresidenten üblicherweise 60 bis 70 Prozent des Kaufpreises. Was das für den Eigenkapitalbedarf heißt, welche Unterlagen die Bank verlangt, wie lange es dauert und warum die Finanzierungsklausel in den Arras-Vertrag gehört.

23

Die geerbte Immobilie auf Mallorca

Deutscher Erbschein reicht nicht: Wie die Erbschaft in Spanien angenommen und eingetragen wird, welche Fristen für die Steuererklärung gelten, was die 100-Prozent-Bonifikation der Balearen bedeutet und warum die Unterlagen des Objekts vor dem Verkauf geprüft gehören.

24

Okupas: Risiko, Rechtslage und was beim Kauf zu prüfen ist

Seit April 2025 werden Hausfriedensbruch und Usurpation im beschleunigten Verfahren verhandelt. Was das wirklich bedeutet, warum die verbreitete Zahl von 15 Tagen in die Irre führt und warum die Zweitwohnung rechtlich schlechter geschützt ist als die Erstwohnung.

25

Was eine Kaufprüfung ist — und was sie nicht ist

Eine Kaufprüfung ist die unabhängige Prüfung aller Unterlagen einer Immobilie vor der Reservierung. Was sie umfasst, worin sie sich von Baugutachten, Anwalt, Tasador und Kaufbegleitung unterscheidet und wann welche Leistung gebraucht wird.

26

Die Unterlagen vor dem Verkauf

Was ein Verkäufer auf Mallorca zusammenstellen sollte, bevor das Objekt auf den Markt geht: Nota Simple, Kataster, Cédula, Energieausweis, Gemeinschaftsbescheinigung, ETV-Lizenz. Und warum ein bereinigter Bestand besser verhandelt als ein offener Punkt.

27

Kauf vom Bauträger und Kauf sobre plano

Beim Neubau verschiebt sich das Risiko: Statt Bestandsschutz und Kataster geht es um Baugenehmigung, Bankbürgschaft für Anzahlungen, Sonderkonto, Baubeschreibung und Fertigstellung. Was das spanische Recht verlangt und was Sie belegen lassen sollten.


Häufige Fragen

Was deutschsprachige Käufer zuerst fragen

Was muss ich beim Immobilienkauf auf Mallorca selbst prüfen?

In Spanien trägt der Käufer die Hauptverantwortung für die Prüfung. Es gibt keine Institution, die das für Sie übernimmt. Zu prüfen sind mindestens: Eigentum und Lasten (Nota Simple), die Übereinstimmung von Grundbuch und Kataster, die bauliche Legalität einschließlich Baugenehmigungen und laufender Verfahren, die Cédula de Habitabilidad, eine etwaige ETV-Ferienvermietungslizenz, die Bodenklassifizierung, die Ver- und Entsorgung sowie offene Steuern und Abgaben.

Wie läuft der Kauf einer Immobilie auf Mallorca ab?

In der Regel: Besichtigung, mündliche Einigung, Reservierungsvertrag mit kleiner Anzahlung, danach der Arras-Vertrag mit rund zehn Prozent des Kaufpreises, und schließlich die Beurkundung beim Notar. Die entscheidende Weichenstellung liegt vor dem Reservierungsvertrag — danach ist Geld gebunden und die Verhandlungsposition deutlich schwächer.

Wie viel kostet der Immobilienkauf auf Mallorca zusätzlich zum Kaufpreis?

Rund 10 bis 14 Prozent des Kaufpreises. Den größten Posten bildet die Grunderwerbsteuer, dazu kommen Notar, Grundbuch, Anwalt und gegebenenfalls Makler.

Wann sollte ich eine Immobilie auf Mallorca prüfen lassen?

Vor der Reservierung. Die wirksamste Einzelmaßnahme beim Immobilienkauf in Spanien ist, die natürliche Reihenfolge umzukehren: erst prüfen, dann binden. Nach der Beurkundung sind Rücktritt, Minderung und Schadensersatz nur noch sehr eingeschränkt durchsetzbar.

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